Blind Spots
Blind Spots is an immersive exhibition installation by the artists Paula Knaps Loos, Julija Skudutytė, Kay Kaul, and Aylin Leclaire. The exhibition builds on the spatial concept of the previous year and further develops it by interweaving the individual works into a shared, walkable environment rather than presenting them separately. A central element is the lighting situation. The space is largely darkened, and each work either generates its own light or is illuminated through precisely placed spotlights. This creates distinct visual zones that guide visitors through different artistic environments. Orientation does not emerge from the space as a whole, but from individual “islands of light,” between which transitions and disruptions occur.
Julija Skudutytė works with materiality, everyday references, and the transformation of objects. For the exhibition, the floor is covered with reflective foil, transforming it into a water-like, mirror surface. This reflective ground destabilizes the perception of the entire space and directly involves the visitors. Within the sealed window niches, she presents three collages arranged as a triptych, combining painterly, reflective, and textile elements.
Aylin Leclaire’s contribution is rooted in her interdisciplinary practice, where sculpture, film, and sound merge into narrative environments. Several miniature stage sets, developed from a filmic context, are distributed throughout the space. These sculptural installations function as condensed scenes, operating through shifts in scale and creating intimate visual worlds that reveal themselves only through close observation. They open up fragmentary narratives that are not linear but unfold as spatial constellations.
Kay Kaul’s photographic practice explores the visualization of light and time, particularly through the superimposition of multiple moments within a single image. For Blind Spots, he develops a large-scale wallpaper featuring galaxies and cosmic structures, applied to the walls or ceiling. This intervention visually expands the space, dissolving its boundaries and embedding it within a seemingly infinite context.
Paula Knaps Loos engages with decoration, origin, and the dissolution of boundaries between art, design, and ornament. Her collage-based practice combines photographic, drawn, and decorative elements into layered visual worlds. In the exhibition, she translates these principles into spatial form: illuminated glass blocks function as sculptural light sources that cast shadows, while beaded curtains act as image-bearing surfaces that introduce additional layers. These elements structure the space, create lines of sight, and overlap like a walkable collage.
Together, these positions form an environment that operates through reflection, light, and shifts in scale. Blind Spotsdescribes situations in which perception begins to shift— between proximity and distance, surface and depth, reality and projection.
Blind Spots
Blind Spots ist eine immersive Ausstellungsinstallation der Künstler*innen Paula Knaps Loos, Julija Skudutytė, Kay Kaul und Aylin Leclaire. Die Ausstellung knüpft an das Raumkonzept des Vorjahres an und entwickelt dieses weiter, indem die einzelnen Arbeiten nicht separat präsentiert, sondern zu einem gemeinsamen, begehbaren Gesamtbild verschränkt werden.
Ein zentrales Element ist die Lichtsituation. Der Raum ist weitgehend abgedunkelt, und jede Arbeit erzeugt ihr eigenes Licht oder wird gezielt beleuchtet. Dadurch entstehen unterschiedliche visuelle Zonen, die die Besucher*innen durch verschiedene künstlerische Räume führen. Orientierung entsteht nicht über den gesamten Raum, sondern über einzelne Lichtinseln, zwischen denen sich Übergänge und Brüche ergeben.
Julija Skudutytė arbeitet mit Materialität, Alltagsbezügen und der Transformation von Objekten. Für die Ausstellung wird der Boden mit Spiegelfolie ausgekleidet und zu einer reflektierenden, wasserähnlichen Fläche transformiert. Diese „spiegelnde Oberfläche“ verändert die Wahrnehmung des gesamten Raums und bezieht die Besucher*innen direkt ein. In den verschlossenen Fensternischen installiert sie drei zu einem Tryptichon zusammengesetzte Kollagen, die von malerischen, reflektierenden und textilen Elementen bestimmt werden.
Aylin Leclaires Beitrag knüpft an ihre interdisziplinäre Praxis an, in der sich Skulptur, Film und Sound zu narrativen Räumen verbinden. Im Raum verteilte Miniaturbühnenbilder, entwickelt aus einem filmischen Kontext, fungieren als verdichtete Szenen. Diese skulpturalen Setzungen operieren mit Maßstabsverschiebungen und erzeugen intime Bildräume, die sich erst in der Annäherung erschließen. Sie eröffnen fragmentarische Narrative, die sich nicht linear erzählen, sondern als räumliche Konstellationen erfahrbar werden.
Kay Kaul beschäftigt sich in seiner fotografischen Arbeit mit der Sichtbarmachung von Licht und Zeit, insbesondere durch die Überlagerung mehrerer Momente in einem Bild.
Für Blind Spots entwickelt er eine großflächige Tapete mit Motiven von Galaxien und kosmischen Strukturen, die an Wänden oder Decke angebracht wird. Dadurch wird der Raum visuell geöffnet und erweitert – er wirkt nicht mehr abgeschlossen, sondern wie in einen größeren, unendlichen Zusammenhang eingebettet.
Paula Knaps Loos setzt sich in ihrer Arbeit mit Dekor, Herkunft und der Auflösung von Grenzen zwischen Kunst, Design und Ornament auseinander. Ausgangspunkt ist ihrecollagebasierte Praxis, in der sich fotografische, zeichnerische und dekorative Elemente zu vielschichtigen Bildwelten verbinden. In der Ausstellung übersetzt sie diese Prinzipien in den Raum: Leuchtende Glasbausteine werden als skulpturale Lichtquellen mit Schattenspiel eingesetzt, während Perlenvorhänge als Bildträger zusätzliche Ebenen einziehen. Diese Elemente strukturieren den Raum, erzeugen Durchblicke und überlagern sich wie eine begehbare Collage.
Im Zusammenspiel entsteht ein Raum, der mit Reflexion, Licht und unterschiedlichen Maßstäben arbeitet. Blind Spots beschreibt Situationen, in denen Wahrnehmung kippt – zwischen Nähe und Distanz, Oberfläche und Tiefe, Realität und Projektion.

